Nur ein Anwalt?

Es ist ein allgemeiner Irrtum, dass sich beide Ehepartener einen gemeinsamen Anwalt nehmen könnten.

Vielmehr verhält es sich so, dass aus Kostengründen vielfach nur einer der Ehepartner sich eines Anwalts bedient, was häufig dann vorkommt, wenn die Scheidung vermeintlich "einvernhemlich" verläuft.

Allerdings darf der Anwalt nur seinen Mandanten beraten und Auskünfte erteilen, der andere Partner ist im Ehescheidungs-verfahren ohne Vertretung, was Nachteile haben kann.

 

Verfahrenskostenhilfe

Die Verfahrenskostenhilfe kommt immer bei beengten finanziellen Verhältnissen in Betracht, wir beraten Sie hierzu gerne und prüfen im Vorfeld des Scheidungs-verfahrens, ob Verfahrenskostenhilfe für Sie in Betracht kommt.

 

Elternunterhalt

Der klassische Fall, in dem Elternunterhalt begehrt wird, ist der, dass ein Elternteil in einer Pflegeinrichtung untergebracht ist, jedoch die Kosten des Pflegeheims nicht aus eigenen Mitteln aufbringen kann. Dieses ist oftmals auch bei genehmigter Pflegstufe der Fall.

In diesen Fällen tritt häufig das Sozialamt in Vorlage, wobei die Unterhaltsansprüche des Elternteils auf das Sozailamt übergehen können.

Plötzlich sieht man sich einer sog. "Rechtswahrungsanzeige" oder sogar einer konkreten Unterhalts- oder Auskunftsforderung ausgesetzt.

Die Auskünfte über das eigene Einkommen müssen in diesem Fall erteilt werden, damit das Sozialamt überprüfen kann, ob eine Unterhaltsberechtigung besteht und - wenn ja - in welcher Höhe.

Auch gegenüber den Eltern besteht ein sog. Selbstbehalt des Pflichtigen, dieser beträgt regelmäßig 1.400,00 €.

Ferner kann die Leistungsfähigkeit auf 50% des den Selbstbehalt übersteigenden Einkommens begrenzt werden.

Beispiel:

Einkommen 2.000,00 € abzgl. Selbstbehalt i. H. v. 1.400,00 € = 600,00 €.

abzgl. 50% = 300,00 €

Für den Elternunterhalt stehen danach lediglich 300,00 € zur Verfügung.

Komplizierter wird die Berechnung bei bestehender Ehe des Pflichtigen und vorhandener anderweitiger Unterhaltsberechtigter (z. B. Kinder).

Hier gilt es u. a. weitere Abzüge vorab vorzunehmen (z. B. weiterer Selbstbehalt für Ehegatten zwischen [1.050,00 - 1.100,00 €]), ggf. aber auch das Einkommen des Ehegatten in der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen.